Ein Moment mit Gott im August 2011

Mo., 01.08.2011

Gemeinsame Freude

Dankbarkeit hat etwas Befreiendes. Sie befreit mich von dem Zwang, mich mit anderen zu vergleichen und meine Werke und meine Fähigkeit über die anderer zu stellen.
Sie ermöglicht es mir, mich mit dem anderen zu freuen über das, was ihm gelungen ist. Ich muss weder ihn noch mich abwerten oder entwerten. Mein Wert verliert sich nicht, wenn ich den Wert des anderen dankbar anerkenne. So verbindet die Dankbarkeit mich mit dem anderen.
Ich bin nicht sein Konkurrent und er nicht meiner. Vielmehr schauen wir gemeinsam auf das, was Gott uns schenkt: manchmal dem anderen und manchmal mir, manches mir und manches dem anderen. Die Dankbarkeit ermöglicht ein gutes Miteinander und befreit uns von einem ständigen Gegeneinander, von dem Zwang, uns ständig mit andern vergleichen zu müssen.
Jeder Mensch hat genügend Grund, dankbar zu sein. Ich bin nicht nur dankbar für das, was Gott mir geschenkt hat, sondern auch für die Menschen, die er mir geschenkt hat, und für die Menschen, denen er viele Gaben mitgegeben hat, die ich bei mir nicht finde. Ich muss nicht alles in mir haben. Es ist schön, bei anderen etwas bewundern zu können, was mir fehlt. Dann bin ich nicht neidisch, sondern ich freue mich an dem Reichtum, den ich in anderen Menschen finde.
 

 

Quelle: Aus "Lass die Sorgen - sei im Einklang" von Anselm Grünv