Hintergrund: Das ökumenische Friedensgebet Das ökumenische Friedensgebet, initiiert von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Osnabrück (ACKOS), ist eine langjährige Tradition, die Gemeinschaft und Frieden fördert. Jeden Samstag um 11:30 Uhr findet in der St.-Marien-Kirche eine 15-minütige Friedensandacht statt. Teilnehmer verschiedener Konfessionen und Friedensinitiativen versammeln sich, um gemeinsam für die Kriegs- und Krisengebiete der Welt zu beten, der Opfer von Gewalt und Ungerechtigkeit zu gedenken und sozialen Frieden in der Gesellschaft und Familie zu thematisieren. Seit 2022 gestaltet unsere Gemeinde die Friedensgebete regelmäßig mit. Der Ursprung des Friedensgebets geht auf den Irakkrieg 2003 zurück, als öffentliche Gebete zunächst am „Löwenpudel“ vor dem Dom begannen. Heute ist der Altar in der großen Marktkirche St. Marien der zentrale Ort dieses Gebets. Für dasEngagement im Bereich der Ökumene wurde das Friedensgebet mit dem Ökumenepreis der ACKOS ausgezeichnet. Weitere Informationen gibt es auf der Website der ACKOSunter www.ackos.de .
Zum Jahresende 2023 – des Friedensjahres, das an den Westfälischen Frieden 1648 erinnerte – war unsere Gemeinde noch einmal gebeten, das ökumenische Friedensgebet in St. Marien durchzuführen. Mit dem Bibelwort „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder heißen“ (Mt 5, 9) führte Priester Lüdemann die Andacht durch. Mit über fünfzig Teilnehmern aus vielen Gemeinden und Konfessionen war die Andacht sehr gut besucht. Mit einem eindrucksvollen Orgelauftakt durch den Choral „Nun lob, mein´ Seel´, den Herren“ begann das letzte Friedensgebet. Es sei ungewöhnlich, mit einem Loblied zu beginnen, wenn man mit dem Unfrieden in der Welt und in der Gesellschaft konfrontiert sei. Aber genau dieser Choral sei es gewesen, den die Osnabrücker nach dem Friedensschluss 1648 spontan angestimmt hätten, und daher habe dieser Choral eine besondere Bedeutung. Wenn man auf das Jahr 2023 schaue, sei es nun wirklich kein friedliches Jahr gewesen, so Priester Lüdemann. Er verwies auf die Konflikte in Gaza, in der Ukraine, aber auch auf die vergessenen Kriege im Jemen oder im Kongo. Gleichwohl dürften Christen nicht im Entsetzen und in der Ratlosigkeit verharren – auch wenn Betroffenheit eine erst einmal notwendige Reaktion angesichts der scheinbaren Erfolge des Bösen sei. Jesus Christus zeige da einen anderen Weg: Seine Nachfolger sollten Frieden stiften, also immer wieder neue Akzente zum Frieden aufrichten und neu begründen. Anhand des Bibelworts begründete Priester Lüdemann, dass den Friedensstiftern nicht nur eine aktive Rolle zukomme, sondern dass ihnen eine besondere innere Kraft in der Seligkeit und eine besondere Nähe zu Gott in der Verheißung, Gottes Kinder zu heißen, von Jesus verheißen sei. Das Vertrauen in Gottes Kraft, in seine Liebe und seinen Heilswillen führe immer wieder zu der Überzeugung, dass das Böse nicht das letzte Wort habe, so Priester Lüdemann. Mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Großer Gott, wir loben dich“ wurde die besondere Kraft dieser Botschaft noch einmal deutlich gemacht. Mit einem freien Gebet, dem gemeinsam gesprochenen „Unser Vater“ und einem Segen schloss die Andacht. Louis Lorenz an der Orgel begleitete das Friedensgebet an der großen Flentorp-Orgel mit spürbarer Leidenschaft, und für die Teilnehmer war die besondere Verbindung über die Musik ein herausragendes Element dieser Andacht.
© Bezirk Osnabrück
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