Mit Matth. 10,32: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel“ stand der Bekennermut im Zentrum der Predigt.
Vorsteher Priester Meyer führte aus: Was es zu Zeiten Jesu bedeutet haben mag, den Mut aufzubringen, sich als Christus-Nachfolger zu bekennen, das habe sein Jünger Petrus am eigenen Leibe erfahren: Noch bevor der Hahn dreimal gekräht hatte, war er bereit, Jesus zu verraten und zu verleugnen aus Angst vor Verfolgung, vielleicht sogar Angst vor blinder Wut der Gegner Jesu, die den Tod hätte bedeuten können.
Und auch wenn es heute noch Regionen gebe, in den Christen ganz konkret um Leib und Leben, Freiheit und Unversehrtheit fürchten müssen, wenn bekannt werde, dass sie sich zum Christentum bekennen, so stelle sich doch die Frage, was „Bekennermut“ für einen jungen Menschen zum Zeitpunkt seiner Konfirmation in Mitteleuropa für eine Rolle spiele?
Möglicherweise gebe es Situationen, in denen ein junger, bekennender Christ Ausgrenzung erfahren müsse, Mobbing, blöde Sprüche, aber auch diese Phänomene seien zwar reichlich vorhanden, hätten aber nur äußerst selten mit der Religionszugehörigkeit zu tun.
Heute bedeute Bekennermut – das wurde dem Konfirmanden und auch der ganzen Gemeinde verdeutlicht – eine Mission anzunehmen und sich dieser mit ganzer Seele zu verschreiben: Das Gesetz Christi Wirklichkeit werden lassen. Das bedeute nichts weniger, als immer wieder neu zu versuchen, jedem Menschen Respekt, Rücksicht, Wohlwollen zukommen zu lassen und Gott über alles zu lieben. Und damit die Heilsgaben, die er zur Pflege der Seele vorgesehen habe, liebend wertzuschätzen und sich nach ihnen zu sehnen. Diese Mission sei eine „mission possible“, weil Gott selbst der Unterstützer der dieser Mission sei.
Im Mitdienen unterstrich der Bezirksjugendbeauftragte Priester Norbert Harting-Ripprich die Bedeutung des Abendmahls („Gnade verpflichtet!“) und die Vielfalt der Facetten göttlicher Liebe.
Nach einer musikalischen Hinführung legte dann der Konfirmand – mutig bekennend – sein Glaubensbekenntnis ab. Und die ganze Gemeinde unterstützte ihn dabei und nahm die Gelegenheit war, das eigene Versprechen an Gott zu erneuern: „Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen!“ Mission angenommen.
Dass schließlich im Schlussgebet der Hahn aus der Nachbarschaft dreimal krähend zu hören war, durfte gern als liebevolle Mahnung von allerhöchster Stelle verstanden werden.
© Bezirk Osnabrück
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