Am Sonntag, dem 26. Juli, diente Bischof Thomas Klimek in unserer Gemeinde. Mitgedient haben Priester Frank Dues, Vorsteher der Gemeinde Rheine und Steinfurt und Priester Stefan Hühold, Vorsteher in Bramsche. Die Gemeinde hat sich über diesen Auftaktbesuch sehr gefreut und nutzte die Gelegenheit, den Bischof im Dienen besser kennen zu lernen.
Grundlage war das Bibelwort aus Matthäus 6,12: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“
Beten heißt meinen, was man sagt
Der Bischof stellte zu Beginn eine Frage an alle: Ist das Vaterunser ein Gebet, oder ist es eine Gewohnheit, die man abspult? Wer diese Bitte mit Ernst ausspricht, der sprechenicht über andere, der spreche über sich und suche darin seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten.
Vergebung ist kein Automatismus
Gottes Vergebung sei kein Vorrat, aus dem man sich bedient, und keine Selbstverständlichkeit, mit der man rechnet. Sie sei eine Zuwendung, die von Gott ausgeht und die den Einzelnen meint. Wer sie so empfängt, empfängt sie jedes Mal neu.
Vergebung verändert die Gegenwart
Vergeben heißt nicht Vergessen: Das Geschehene bleibt geschehen. Es lässt sich nicht zurücknehmen, nicht kleinreden und nicht ungeschehen machen. Aber: Es muss nicht länger zwischen zwei Menschen stehen. Der Bischof erinnerte an den Grund dieser Freiheit, an die Sendung des Sohnes und an sein Opfer am Kreuz. Wer daraus lebt, kann seinen Weg neu beginnen, ohne die Vergangenheit verändern zu müssen.
Ein Stuhl bleibt frei
Vor dem heiligen Abendmahl nahm der Bischof ein Bild unseres Stammapostels auf: Am Tisch des Herrn sitzen der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und ein Stuhl bleibt frei. Er ist für den Menschen bestimmt. Dann führte er das Bild weiter. Auf diesem Stuhl sitzt auch der, mit dem man sich schwertut. Und er fragte die Gemeinde, ob sie bereit sei, ihm den Stuhl anzuschieben.
Mit dieser Frage ging die Gemeinde zum Altar. Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Bischof den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
© Bezirk Osnabrück
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