„Shalom Chaverim“ – der hebräische Friedensgruß hallt in allen Ecken der Kirche St. Katharinen wider. Der Projektchor mit Mitgliedern der Neuapostolischen Gemeinden Osnabrück und Dissen-Bad Rothenfelde stimmt gleich zu Beginn seines Vortrags auf das Motto des Ökumenischen Kirchentags in Osnabrück (OEKT) ein. „Wege des Friedens“ heißt es an diesem sonnigen Juniwochenende an 10 Themenorten in der Stadt. Christliche Kirchen verschiedener Konfessionen öffneten vom 16.-18. Juni 2023 ihre Türen und boten ein vielseitiges Programm.
375 Jahre Westfälischer Friede
Anlass für das Motto ist dabei ein Jubiläumsjahr. Vor 375 Jahren wurde in Münster und Osnabrück der „Westfälische Friede“ geschlossen und beendete damit den 30-jährigen Krieg. Auch hunderte Jahre später wissen wir, welch ein wichtiges und fragiles Gut der Friede ist. Grund genug, ihn zum Mittelpunkt dieses Kirchentages zu machen und zu verdeutlichen, dass Friede in allen Lebensbereichen eine tragende Rolle spielt.
Den Auftakt des OEKT gab es bereits am Freitagabend mit der Langen Nacht der Kirchen. Auch die Neuapostolische Kirche an der Spindelstraße öffnete ihre Pforten und bot eine Mischung aus Musik, Andacht und gemeinsamen Gesprächen (wir berichteten).
Gemeinschaft am Kirchentags-Samstag
Auch am Samstag wird deutlich, Ökumenischer Kirchentag bedeutet Gemeinschaft. Nach dem Konzert des Projektchores ist der nächste Programmpunkt mit Beteiligung der Neuapostolischen Kirche eine Andacht mit Priester Volker Lüdemann, unterstützt vom evangelischen Bergkirchenchor. Mit viel Humor und guter Laune führt der Dirigent alle Anwesenden musikalisch zusammen – zur Einstimmung wird der Kirchentags-Kanon gemeinsam eingeübt. Priester Lüdemann stellt dann auch die Gemeinschaft der Christen untereinander in den Mittelpunkt, im Besonderen drei Worte aus dem Unser Vater: „Dein Reich komme.“ Das gelte es auch schon heute zu leben. Frieden unter den Menschen bedeute auch, dem Reich Gottes schon auf Erden Raum zu geben.
Friede und Nachhaltigkeit
Ganz praktisch wurde es beim Vortrag von Prof. Dr. Claas Heymann zum Themenbereich „Frieden mit der Umwelt“. Im Workshop wurde deutlich, dass jeder Einzelne Verantwortung für die Schöpfung trägt. So wurden die Teilnehmenden eingeladen, eine konkrete Aufgabe für sich zu definieren.
Um Verantwortung ging es auch im Vortrag von Brigitte Zietlow zum nachhaltigen Modekonsum. Sie betonte, dass Shopping kein Hobby sein solle, sondern Kleidungsstücke ein möglichst langes Leben verdienten. Hier kann der Second-Hand-Kauf oder der Tausch von Kleidung eine nachhaltige und friedliche Alternative zu „fast fashion“ sein. Doch auch die Hersteller seien in der Pflicht für mehr umwelt- und sozialverträglichere Bedingungen zu sorgen.
Obwohl die Neuapostolische Kirche selbst keine Freikirche ist, waren Vertreter der Kirche zur Podiumsdiskussion „Wie geht’s euch Freikirchen?“ in die Bergkirche eingeladen. So konnte auch hier nach der Andacht von Priester Volker Lüdemann erneut Gemeinschaft gepflegt werden
Informationen und Gespräche am Infomobil der NAK
Gemeinschaftlich ging es auch am Infomobil der Neuapostolischen Kirche zu. Bei kalten Getränken, Kaffee und Snacks konnte man sich über die Kirche und über die Arbeit des Hilfswerks NAK-karitativ e.V. informieren. Hier gab es nicht nur Gespräche mit anderen Christen, sondern auch schöne Begegnungen mit Mitgliedern verschiedener Neuapostolischen Gemeinden, die den ganzen Tag über immer wieder am Infomobil vorbeischauten.
© Bezirk Osnabrück
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